Die heimischen Orchideen in Thüringen

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Holger Schäfer
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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Holger Schäfer » 25.11.2018 08:39

Hallo Jens,

danke fürs Mitnehmen auf Eure Wanderungen und die schönen Bilder der Orchideen. :yup:

Ich hätte schon meine Schwierigkeiten die Pflanzen als Orchideen einzuordnen
Grüße aus dem Lahntal

Holger

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Jens Gießler
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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 27.12.2018 12:38

Es mag twar seltsam klingen, aber mittlerweile haben wir eine weitere Orchideenart hier bei uns entdeckt. Manche Orchideen treiben ihre neuen Blätter schon im Winter aus und so fanden wir bei einer Wanderung jetzt im Dezember vermutlich die Austriebe der Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes) nahe des Dolmars.

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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 20.04.2019 06:36

Hallo Freunde der blühenden Schönheiten!!
Es ist so weit, die Orchideensaison 2019 ist hiermit offiziell eröffnet. Die erste heimische Orchidee blüht, das Blasse Knabenkraut (Orchis Pallens). Ich konnte sie gestern an drei Standorten nahe der Drei Gleichen und bei Stadtilm fotografieren. Und da mir das Thema wirklich sehr ernst ist, bin ich seit 1. Januar Mitglied im AHO, dem Arbeitskreis Heimischer Orchideen und werde versuchen meinen Teil dazu beizutragen diese Kostbarkeiten mit zu erhalten. ;)

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Holger Schäfer
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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Holger Schäfer » 20.04.2019 11:59

:yup: :yup:
Grüße aus dem Lahntal

Holger

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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 21.04.2019 06:05

Gestern war es nun so weit, ich konnte meine ersten blühenden Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes) fotografieren. Bei einem Ausflug ins Gleistal nahe Jena fanden wir eine stattliche Anzahl dieser filigranen Schönheiten, die ebenfalls zu den sehr früh blühenden Orchideen zählt. Diese Orchidee gehört zur Gattung der Ragwurze (Ophrys), wo ich euch ja schon die Fliege und Biene vorgestellt hab. Die Spinne mag die Wärme und da ist sie im Raum Jena gut aufgehoben, aber auch hier bei mir gibt es sie ja noch. :lol:

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Ich vermute mal, die nächsten Tage werden noch paar weitere Orchideen folgen...... :mrgreen: , den die kleine Spinne fehlt mir auch noch.
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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 25.04.2019 06:57

Manchmal ist es eben so, man muß oft gar nicht so weit in die Ferne schweifen. Es handelte sich wirklich um die Austriebe der Großen Sinnenragwurz, die wir in der Nähe des Dolmars gefunden haben. Und dann auch noch eine farbliche Variante mit großem gelben rand, wie man es eigentlich nur von der Kleinen Spinne her kennt.

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Und bei einer Wanderung am gleichen Tag durch das Jonastal sind wir ebenfalls auf das Bleiche Knabenkraut gestoßen.

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Und das Große Zweiblatt steht dort auch in den Startlöchern

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Und dann waren wir auch noch in Nordthüringen auf Exkursion, mehr davon demnächst..... :wink:
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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 26.04.2019 20:07

Hallo Freunde!!
Dann stell ich euch mal die nächste Orchidee vor, das Kleine Knabenkraut (Anacamptis morio). Es gehört ebenfalls zu den ganz seltenen Orchideen. Es gab sogar mal einen Standort hier ganz in der Nähe, am Dolmar. Aber leider hatten wir keinen Erfolg, wir haben keines mehr gefunden. So mußten wir eine Reise bis ganz in den Norden in die Nähe von Artern machen, um fündig zu werden.

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Auch eine Amiese hat sich dafür interessiert

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Und wo wir schon mal da oben waren, haben wir noch einen zweiten Standort aufgesucht. Dazu beim nächsten mal mehr.
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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 28.05.2019 20:09

Im Moment befinden wir uns voll in der Hochsaison, sowohl in der Imkerei als auch bei den Orchideen. Viel Zeit zum Einstellen von Fotos bleibt nicht, deshalb mal nur ganz kurz paar Neuigkeiten.
Die Bocksriemenzunge konnte ich jetzt auch hier bei uns fotografieren. Vor paar Tagen noch knospig jetzt aber in voller Blüte.

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Bei den Drei Gleichen wächst auch ein Exot, die Hummelragwurz. Sie kommt eigentlich nur in den wärmeren Gefilden vor, Klimaerwärmung läßt grüßen.

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Und letzten Sonntag war ich mal im Schuhladen und hab doch tatsächlich auch was besonderes gefunden, einen gelben Frauenschuh.

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Und noch ein etwas dunklere Variante.

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Und bei Creuzburg hab ich einen Standort für Lauffaule, oder anders gesagt, Menschen die lieber mit dem Auto fahren, gefunden. :rofl: :rofl: Helmknabenkraut am Straßenrand.

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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 03.11.2019 19:09

Die diesjährige Orchideensaison ist ja nun schon seit paar Wochen zu Ende. Und da die Bienensaison auch zu Ende ist, kann ich auch mal wieder paar Zeilen schreiben. Ich werde versuchen zunächst die Orchideen vorzustellen, die wir dieses Jahr neu gefunden haben und zwar in der Reihenfolge, wie sie auch zu blühen beginnen.
Die erste im Bunde, das Blasse Knabenkraut hab ich euch ja schon ausgiebig gezeigt. Die zweite Orchidee die bei uns zu blühen beginnt ist die Kleine Spinnenragwurz (Ophrys araneola). Das Problem bei dieser Orchidee, das sie mit den anderen aus ihrer Gattung schnell Hybriden bildet. Und sich die Experten auch nicht immer ganz einig sind, ob die Kleine Spinne nun eine eigene Art oder nur eine Variante der Großen Spinne ist und dann kommt noch hinzu das es sehr schwer ist, sie zu unterscheiden. Die Große Spinne haben wir im Laufe der Saison an mehreren Standorten gefunden, bei der Kleinen denke ich mal sie in Euerdorf gefunden zu haben. Erkennungsmerkmale sollen der gelbe Rand und der kleinere Wuchs sein.

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Hier kann man mal sehen, wie groß die ungefähr sind und wie schwer ist sie teilweise zu erkennen

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Auf den folgenden Bildern sind Hybriden aus der Fliegenragwurz und Spinnenragwurz

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Nun muß ich aber gestehen, Euerdorf liegt nicht in Thüringen, sondern in Bayern, laut der Literatur soll es bei Creuzburg einen Standort geben, da haben wir allerdings nichts gefunden. Dafür haben wir die Große Spinne noch weitere Male entdeckt. Außer im Gleistal und am Dolmar noch wie hier in Karlstadt, aber auch in Oberalba und wie auf dem letzten beiden Fotos bei Eisenach

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Aber wie schon geschrieben, der Übergang zwischen Kleiner, Großer Spinne und den Hybriden, der ist so schmal und für den Laien wie mich oftmals nicht klar zu erkennen......... :roll:

Zwischen dem Blassen Knabenkraut und den Spinnen kommt allerdings das Kleine Knabenkraut (Orchis morio), welches wir ja schon bei Bottendorf gefunden hatten und ich euch auch gezeigt hatte. Da es sich um eine in Thüringen recht seltene Art handelt, war ich um so erfreuter, am Dolmar doch noch eine kleine Population von ca. 30 Stück gefunden zu haben. Und wie der Name schon sagt, ist es eine kleine und unscheinbare Blume, man muß schon sehr suchen, wenn man sie entdecken möchte. ;)

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In der weiteren Reihenfolge des Blühkalenders folgen dann noch vor der Großen Spinne das Brandknabenkraut, das zeig ich euch beim nächsten mal zusammen mit den dann folgenden Grüne Hohlzunge und Schwertblättriges Waldvögelein.
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Re: Die heimischen Orchideen in Thüringen

Beitrag von Jens Gießler » 05.11.2019 16:21

Hallo Freunde der Heimischen Juwelen!!
Wir machen mal weiter im Blühkalender. Letztes Jahr hatte ich euch ja schon einen Vertreter der Gattung Neotinea vorgestellt, die diesjährige Orchidee des Jahres, das Dreizähnige Knabenkraut. Diese Gattung hat noch eine weitere Orchidee. das Brand Knabenkraut (Neotinea ustulata). Wer sich in Latein etwas auskennt, wird bemerken das ustulata angebrannt bedeuet. Und wenn man sich die Fotos betrachtet, sieht man dann auch warum man sie so benannt hat. ;)
Wir haben sie bis jetzt nur an einem Standort gefunden, am Wipperdurchbruch bei Günserode. Im Gegensatz zu den anderen Knabenkräutern ist das Brandknabenkraut relativ klein.

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Nun kommen wir zur Grünen Hohlzunge (Coeloglossum viride). Diese Orchidee ist der typische Bewohner von mageren Bergwiesen. Früher war sie sehr häufig, heute ist sie äußerst selten geworden. Und in der letzten Zeit ist sie in die Schlagzeilen gekommen. Auf der Schuderbachwiese am Grenzadler gibt es noch ein größeres Vorkommen. Dort war vor dem Weltkrieg ein Golfplatz. Da dieser Sport zu DDR Zeiten nicht so ausgeprägt war, konnte sich auf der Wiese ein Vorkommen vieler seltener Pflanzen entwickeln, wie z.B. der Arnika. Nun möchte aber der ehemalige Golfclub dort wieder einen Golfplatz errichten...... :hammer:
Mittlerweile hat der AHO eine Petition gestartet, der nun auch im Landtag angehört wird. Bleibt abzuwarten, ob die Natur oder das Geld siegt. :motz:
Wir haben sie dieses Jahr an drei Standorten gefunden. Zum ersten in der Nähe von Niederwillingen.

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Dort sind die Exemplare aufgrund der geringeren Höhenlage noch recht groß, obwohl man deutlich erkennen kann wie unscheinbar diese Orchidee ist.
Ein zweiter Fundort war auf einer Bergwiese ganz in meiner Nähe, am Inselsberg. Wir hatten vom AHO eine Wanderung dort hin und haben ganze 5 Exemplare gefunden. Ganz ehrlich?? Ohne die geschulten Augen der Spezialisten, ich hätte sie nicht gefunden. Und hier zeigt sich auch wieder wie wichtig die Hinweise sind, solche Flächen nicht zu betreten!!!! Wie schnell hat man die kleinen Blumen übersehen und ist drauf gelatscht!!! :motz: :motz: :motz:

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Und ein paar Tage waren wir natürlich dann auch in Oberhof, schließlich haben wir die Petition ja auch unterschrieben. Und wir hatten Glück, das ein ortskundiger Vertreter vom AHO anwesend war, der uns einiges gezeigt hat. :yup: :yup:

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Und dann hab ich noch das Schwertblättrige Waldvögelein (Cephalanthera longifolia) gefunden. Die anderen beiden Vertreter dieser Gattung hab ich euch letztes Jahr vorgestellt. Das Schwertblättrige hab ich bei Ifta gefunden. Es braucht wie viele Orchideen Kalkboden und wächst im Halbschatten.

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Bis hier hin, beim nächsten mal zeig ich euch dann noch den Rest von diesem Jahr. :wink:
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